Politisches Praktikum

Praktikum im Bundestag - Berlin 2019


 

Das gesellschaftswissenschaftliche Profil der Ernestinenschule (Klasse Q1c) hat vom 14. bis zum 18. Januar 2019 ein „Politisches Praktikum“ bei verschiedenen Abgeordneten absolvieren können, und so wurde ihnen die Möglichkeit geboten, das theoretisch in der Schule erworbene Wissen praktisch zu erleben, und zu verstehen, wie Bundespolitik funktioniert.

Beteiligte Abgeordnete waren unter anderem Konstantin von Notz (Die Grünen), Gabriele Hiller-Ohm (SPD), Gyde Jensen (FDP), Christine Ascheberg-Dugnus (FDP) und Claudia Schmidtke (CDU). Darüber hinaus konnten zwei Schüler in dem Parteibüro der FDP ein Praktikum absolvieren, und so insbesondere die erforderliche Öffentlichkeitsarbeit und parteiinterne Vorgänge kennenlernen.

 

Am Sonntag den 13. war es soweit, wir trafen uns am Hauptbahnhof Lübeck und machten uns mit dem Regionalzug auf den Weg zum Hauptbahnhof Berlin, alle sehr gespannt und aufgeregt, was uns erwarten würde. Nach einem kurzen Aufenthalt in Bad Kleinen und der Weiterfahrt sind wir in Berlin angekommen, und machten auch am selben Abend einen kleinen Rundgang durch das imposante Regierungsviertel, um uns einen Überblick zu verschaffen, wo wir uns in den nächsten Tagen aufhalten würden.
Am darauffolgenden Tag machten wir uns alle individuell auf den Weg in den Bundestag, wo wir herzlich nach der zu erfolgenden Sicherheitsüberprüfung in Empfang genommen wurden. Zumeist erhielten wir alle einen Hausausweis, mit dem wir Zugang zu allen Gebäuden des Bundestages hatten, ohne eine Sicherheitskontrolle. Dieses Privileg ermöglichte uns, dass wir die unterirdischen Verbindungen der jeweiligen Gebäude erkunden, und einen Blick hinter die Kulissen des Bundestages werfen konnten, wie es einem sonst nicht möglich ist. Der erste Tag verlief dann mit einem Kennenlernen seines Abgeordneten beziehungsweise den Mitarbeitern, und dann individuell, jeweils durch das Besuchen von Arbeitskreisen, Plenumssitzungen, oder das Teilnehmen an Ausschüssen. Ebenso erhielten einige Schüler Wochenaufgaben, an denen sie die Tage über arbeiteten.

 

Als „schulisches“ Rahmenprogramm besuchten wir Montag das Jüdische Museum, und sahen die eindrucksvolle Ausstellung des Architekten Daniel Libeskind. Während dieser Führung lernten wir viel über das Leben der jüdischen Bevölkerung während des NS-Regimes. Insbesondere die Tatsache, dass viel auf persönliche Einzelschicksale eingegangen wurde, hat allen sehr gut gefallen und war eine abwechslungsreiche Ergänzung, zu den architektonischen Darstellungen.
Am nächsten Tag, dem 14. Januar besuchten wir mittags, nachdem wir bei unseren Abgeordneten den Vormittag verbracht hatten, den Bundesrat, und erhielten interessante Informationen zu diesem relevanten Verfassungsorgan. Integriert in diesem Besuch war ein Planspiel, so dass wir den Vorgang vom Gesetzesentwurf bis hin zur Prüfung durch den Bundesrat beziehungsweise der Einbringung der jeweiligen Länder simulieren konnten. Wir entwickelten somit ein Verständnis für diesen Vorgang und fühlten uns beinahe wie Mitglieder des Bundesrates. Eine sehr lehrreiche und interessante Erfahrung!
Danach besuchten wir das Deutsche Historische Museum und erhielten eine Themenführung in Anlehnung an das späte 19.Jhr, was unseren Unterrichtsinhalten des letzten Halbjahres entsprach und ebenfalls sehr interessant war. Während der Führung wurde uns das Gebäude des Deutschen Historischen Museums gezeigt, sowie sein geschichtlicher Hintergrund erklärt. Am Mittwoch konnten wir den gesamten Tag im Bundestag, also jeder an seinem Praktikumsplatz verbringen, und somit auch längere Zeit in Ausschüssen oder vertieft in Arbeit, verbringen.
Ebenso haben wir das Plenum besucht, und da wir nun ein Verständnis hatten, wie unterschiedlich sich die jeweiligen politischen Debatten der Abgeordneten gestalten, konnten wir auch hier einmal den Unterschied zwischen nichtöffentlichen, wie beispielsweise dem Innenausschuss, und einem Plenum erfahren, das für die Öffentlichkeit zugängig ist. Des Weiteren haben die engagierten Mitarbeiter der Abgeordneten uns eine individuelle Führung durch den Bundestag geboten, sodass ihn jeder einmal in seiner kunstvollen Pracht erleben konnte, denn anders als man vielleicht annehmen könnte, ist in dem Gebäude des Bundestages viel architektonische Kunst enthalten.
Am Donnerstag den 17. hatten wir ein weiteres „Highlight“. Neben einem weiteren Planspiel im Deutschen Dom und einer Simulation der Plenumsdebatten, hatten wir einen „Auftritt“ bei Maybritt Illner. Für die meisten war es das erste Mal, im Fernsehen zu sein, und darüber hinaus hatten wir das Glück, auch noch interessante Politiker wie Heiko Maas zum Thema Brexit erleben zu dürfen. Eine unvergessliche Erfahrung!

Am letzten Tag machten wir uns schweren Herzens, nach einer ebenso herzlichen Verabschiedung wie wir auch schon Empfangen wurden, wieder auf den Weg nach Lübeck, und mussten diese tolle Zeit hinter uns lassen. Rückblickend lässt sich festhalten, dass wir alle individuell einzeln wie gemeinsamen, unvergesslichen und einmaligen Momente und Erfahrungen gesammelt haben, die wir wohl nie wieder vergessen werden, und für die wir sehr dankbar sind, dass wir sie erleben durften.
In diesem Sinne noch einmal vielen Dank an Frau Gümüs und Herrn Dürrbaum!