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Nachhaltigkeitsakademie 2022

Ein professioneller Blick auf Klimaschutz
Während dem Corona-Lockdown war schulisch nichts los – und danach dann plötzlich alles. Erst als wir wieder einigermaßen normal im Unterricht saßen, wurde uns klar, wie viele Möglichkeiten uns unsere Schule doch bietet. Neben den ganzen Austauschen kam auch die Begabtenförderung endlich wieder in Gang und ich bekam das Angebot, mich bei der Deutschen SchülerAkademie, einer meist ein- bis zweiwöchigen „Fortbildung“/Unterrichtszeit zu allen möglichen verschiedenen Themen, zu bewerben.
Ich hatte das Glück, dass die zuständigen Lehrkräfte sich komplett um meine Bewerbung kümmerten und das Verfahren für mich reibungslos verlief – der einzige angespannte Moment: Die Akademie- und Kurswahl.
Wird man bei der Deutschen SchülerAkademie angenommen, hat man die Auswahl zwischen einem ganzen Haufen verschiedener, kooperierender Akademien mit Standorten von Berlin bis Österreich. Neben den angepriesenen Inhalten, die vor der Bewerbung noch recht vage gehalten werden, ist vor Allem der Veranstaltungszeitraum von Bedeutung. Ich persönlich habe mich für eine Akademie kurz nach den Sommerferien entschieden – die Nachhaltigkeitsakademie in Papenburg. Die Kurse, die sie schlussendlich anbot, bestätigten meine Wahl. Sie handelten rund ums Klima, von Klimamodellen und Gentechnik bis hin zu geopolitischen Themen. Mein Kurs fand mit der Leitfrage „Wie erreichen wir Klimagerechtigkeit?“ statt. Von dem Kurs erhoffte ich mir eine andere Perspektive als das in der Schule endlos durchgekaute und wenn auch wichtige, irgendwann nur noch lieblos wiederholte „Jeder kann etwas ändern, wenn man es nur versucht“.
Diese Hoffnung wurde mir mehr als nur erfüllt.
Im Vorfeld der Akademie wurden Referatsthemen verteilt, die, wie man rückblickend feststellen konnte, nach und nach durch das Thema führten und uns von der aktuellen Situation, über schon umgesetzte Aktionen bis hin zu möglichen Lösungen leiteten. Um ein konkretes Beispiel zu geben: Mein Referat hatte den Titel „Fallbeispiel Klimaklage Amazonas – Natur als Rechtssubjekt“. Die Akademie hat es sich zum Ziel gemacht, die Teilnehmenden an wissenschaftliches Arbeiten heranzuführen, und die Referate waren ein erster Schritt dorthin. Unsere Kursleitenden, bei denen es sich um junge Erwachsene mit meistens frisch abgeschlossenen oder noch laufenden Studien handelte, stellten uns professionelle Quellen zu unseren Themen zur Verfügung, die man zwar noch um Eigene ergänzen konnte, wenn man wollte, die aber auch an sich schon ausreichend waren.
Die Themen waren durchaus kompliziert und man musste sich wirklich einlesen, aber spätestens als man die ersten Referate hörte, wurde klar: wir sind hier alle nur Schüler und geben unser Bestes.
Diese Stimmung, diese Art des Engagements, zog sich durch die gesamte Akademie. Es fing schon an mit den ersten Kontakten über eine von der Akademie bereitgestellte Website, auf der Anreisegruppen zusammengestellt und erste KüAs (Kursübergreifende Aktivitäten, wie AGs) angekündigt wurden.
Die Akademie selber war dann ein einziges soziales Monster. Zumindest ich als introvertierter Mensch habe es so wahrgenommen. Im Voraus hatte ich große Angst, dass das alles zu viel wird, und tatsächlich wurde ich in die soziale Interaktion geradezu reingeschmissen. Zuerst Mitfahrende im Zug, dann eine Zimmernachbarin, mit der man vorher noch nie Kontakt hatte, die üblichen Kennlernspiele, und am nächsten Tag schon der Kurs. Das Überraschendste daran? Es ging erstaunlich gut. Auf andere Menschen zuzugehen war nie mein Ding, aber schon nach ein, zwei Tagen war ich plötzlich in eine Gruppe freundlicher und lustiger Menschen integriert, mit denen ich mir viele Abende bis spät in die Nacht die Zeit mit allen möglichen Spielen verschönerte. Innerhalb dieser zwei intensiven Wochen haben wir uns so gut und eng kennengelernt, dass sogar jemand wie ich, der eher wenig Kontakt hält, diese noch immer regelmäßig auffrischt – auf der Akademie schafft man Freunde fürs Leben, würde man kitschig sagen. Auch die von der Akademie organisierten und die von uns ins Leben gerufenen
Ausflüge sowie die KüAs brachten die verschiedensten Interessen und Menschen zusammen. So besuchte ich beispielsweise eine Mal- und eine Schreib-KüA, meine Kursleiterin veranstaltete eine Acro-Yoga-KüA und schlussendlich organisierte ich sogar selber mit einer Freundin einen literarischen Abend.
Die zweite Sache, wegen der ich mit Freude (und ein wenig Trauer) an die Akademie zurückdenke, ist ihre Art zu unterrichten.
Der Kurs fand immer in zwei Hälften statt, eine morgens und eine nach der Mittagspause, zwar intensiv, aber immer durch superleckeres Essen und einen Servicewagen mit Tee, Kaffee und Keksen direkt beim Kursraum unterstützt. Abwechslung bot das Wochenende, an dem der Kurs durch Projektarbeiten ersetzt wurde. Diese wählte man erst auf der Akademie, sie wurden ebenfalls von den Kursleitenden organisiert. Von Floßbauen bis zu dem Schreibprojekt, an dem ich teilnahm, war alles dabei.
Die Kurse selber wurden wie schon erwähnt von frisch studierten, extrem motivierten Menschen geleitet, bei denen man den Wunsch, uns ebenfalls zu motivieren und aktivieren, geradezu spüren konnte. Außerdem, da die Akademie keine Bewertung irgendeiner Art auf irgendeinem Zeugnis enthielt, wurden alle Arten von Menschen widerspruchslos akzeptiert. Du führst gerne Diskussionen in der großen Gruppe? Super, das belebt das Gruppengespräch. Du sitzt lieber da und hörst zu und bildest dir deine Meinung? Wundervoll! Diese Art zu lernen und zu verstehen ist genauso wertvoll und richtig. Selten habe ich mich in einer Unterrichtsform so willkommen gefühlt wie an der Akademie und auch die Inhalte waren wie eine erfrischende Dusche nach den oberflächlicheren Themen in der Schule. Sie eröffneten mir nicht nur eine bessere, komplexere und tiefere Einsicht in das Thema Klimawandel, viel mehr legten sie einen neuen Pfad für meine Zukunft. Unerwarteterweise war gerade die Akademie das, was mich aus dem sozialen und inhaltlichen Gefüge der Schule wachrüttelte – schon auf der Rückfahrt im Zug fuhr ich den Laptop hoch und fing an, eine Bewerbung für ein ökologisches Freiwilligenprojekt in Ecuador zu schreiben.
Zusammenfassend: Die Akademie ist wohl eines der besten Dinge, die mir in meiner Schulzeit passiert sind. Sie hat mich geprägt, darin, wie ich mit Menschen umgehe, wie ich mich selber sehe, wie ich die Welt sehe und wie ich die Zukunft sehe. Vor Allem meine Zukunft. Zwei Wochen mit intensivem Lernen und Kontakt mit einer großen Gruppe superintelligenter Menschen zu verbringen, ist mehr als nur inspirierend und – so kitschig das auch klingt – eine Erfahrung fürs Leben. Mir bleibt nichts anderes mehr zu sagen als „Macht es, wenn ihr die Möglichkeit kriegt“. Man weiß vorher nie, ob so eine Entscheidung die Richtige ist, und solange man es nicht versucht, kann auch nichts draus werden. Dies ist also meine herzliche Empfehlung, diese Möglichkeit, die einem die Ernestinenschule bietet, unbedingt wahrzunehmen.
Lisa Pietz

Gebäude NAka (1)
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