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LÜBECK trifft BILBAO — Schüleraustausch 2025/26 — Ein Bericht aus dem Baskenland
Anfang März 2026 machten sich Schülerinnen und Schüler aus Lübeck auf den Weg ins Baskenland – nach Bilbao. Was folgte, waren zehn intensive Tage voller Geschichte, Kultur, Kulinarik und Sport.
Die Altstadt von Bilbao
Den Auftakt bildete ein Rundgang durch die Bilbainer Altstadt. Eine Stadtführerin erklärte die Unterschiede zu Lübeck: Während Lübecks Altstadt von zwei Flüssen umschlossen ist, erstreckt sich Bilbaos Casco Viejo entlang des Nervión, eingerahmt von Bergen. Sie berichtete von drei historischen Wegen für verschiedene Gesellschaftsschichten, von Balendin Enbeita (einem baskischen Dichtersänger) und vom zentralen Platz, der einst für Stierkämpfe gedacht war, aber nie fertiggestellt wurde.
Mercado de la Ribera & Artxanda
Am Nachmittag besuchten wir den Mercado de la Ribera – einst die größte überdachte Markthalle Europas. Wir probierten Pintxos und die beliebte Tortilla de Patata. Anschließend fuhren wir mit einer alten Standseilbahn auf den Artxanda, von dem aus sich ein beeindruckender Panoramablick über Bilbao und seine Bergkulisse bot.
Käseherstellung & Bauernhof Alluitz
Auf dem Schulbauernhof Alluitz Natura lernten wir die Herstellung von Idiazabal-Käse aus der Milch der robusten Latxa-Schafe kennen. Wir durften selbst Cuajada herstellen und mit Honig verfeinern. Zum Abschluss backten wir Talo – ein traditionelles baskisches Maisbrot aus nur drei Zutaten – und belegten es mit geschmolzener Schokolade.
Vitoria-Gasteiz: Kathedrale & Altstadt
In der Hauptstadt des Baskenlandes besuchten wir die gotische Kathedrale Santa María, die seit den 2000er Jahren bei laufendem Besucherbetrieb restauriert wird. Sechs Meter unter der Erde zeigen Stege über dem freigelegten Untergrund die mittelalterlichen Fundamente – und die fatalen Fehler des 19. Jahrhunderts, als stützende Bögen entfernt wurden. Ein Stadtspaziergang rundete den Tag ab, inklusive der überraschenden Kuriosität, dass der weltweite Hauptsitz der spanischen Spielkartenfabrik in Vitoria liegt.
San Mamés & Guggenheim Museum
Das Stadion des Athletic Club Bilbao – liebevoll "Kathedrale des Fußballs" genannt – beeindruckte mit imposanten Tribünen, Umkleidekabinen und der Statue des Idols Pichichi. Im Anschluss besuchten wir das weltberühmte Guggenheim Museum, dessen titanverkleideter Bau von Frank O. Gehry zur Ikone Bilbaos geworden ist. Eine Rallye durch die Ausstellung sorgte für lebhafte Entdeckerfreude.
Gernika: Baum, Markt & Mahnmal
Der Baum von Gernika – Symbol baskischer Demokratie und Selbstbestimmung – ist heute nur noch als Stammrest erhalten, was seine historische Bedeutung umso eindringlicher macht. In der Stadt, die 1937 durch deutsche und italienische Bombenangriffe zerstört wurde, ist eine Reproduktion von Picassos Mahnmal-Gemälde in Steinkacheln zu sehen. Jeden Montag belebt ein ausgedehnter Wochenmarkt die Straßen.
Jai Alai, Tänze & Alhóndiga
Wir lernten Jai Alai kennen – den schnellsten Ballsport der Welt (bis zu 305 km/h) – und durften selbst einen Ball schlagen. An einem Mittwochmorgen wurden wir von unseren baskischen Mitschülern in fünf Volkstänze eingeführt, darunter Eskudantza und Txapelua. Den krönenden Abschluss bildete die Alhóndiga: ein ehemaliges Weinlager von 1909, das 2010 unter Mitwirkung von Philippe Starck als Kulturzentrum wiedereröffnet wurde – mit dem spektakulären Detail eines Glasbodens unter einer Schwimmhalle über der zentralen Halle.
Fazit
Zehn Tage im Baskenland haben uns gezeigt, wie reich und eigenständig diese Region kulturell, historisch und kulinarisch ist. Zwischen Käseherstellung und Katakomben, Fußballkathedralen und Volksgesang haben wir nicht nur Spanisch geübt, sondern auch Baskisch gelernt, Tänze getanzt, Brote gebacken und einen einzigartigen Sport gespielt. Vor allem aber haben wir Verbindungen geknüpft – zu einer anderen Kultur und zu unseren Gastschülern aus Bilbao.
— Bericht der Lübecker Austauschschülerinnen und -schüler, März 2026 —










