Sommerferien 2026 mal anders: Juniorakademie bei Flensburg

Die Deutsche Gesellschaft für das hochbegabte Kind Regionalverein Schleswig-Holstein e.V. bietet jährlich Akademien für neugierige und engagierte Teenager an und ich hatte dieses Jahr das Privileg, an solch einer Akademie teilzunehmen.
Der ganze Prozess begann mit einem Motivationsschreiben und der Wahl des Wunschkurses – die Kurse wurden von Erwachsenen geleitet, die selbst schon an einer Juniorakademie teilgenommen hatten. Von Theater über Politik bis zur Malerei war alles dabei, aber ich entschied mich letztendlich für den Kurs «Potentiale der Kommunikation in der bildenden Kunst», dessen Titel mich erstmal ratlos machte, aber auch neugierig.
Als ich ein paar Monate später tatsächlich angenommen wurde, freute ich mich auf das digitale Vorbereitungstreffen, bei dem ich meine Kursleitung, die anderen Teilnehmenden, die Leitung der Akademie und die Jugendbetreuer, die uns in der Zeit zur Seite standen, kennenlernen durfte. Vorfreude hin oder her, die Anreise war trotzdem zuerst total beängstigend und aufregend. Die Akademie fand in Christianslyst statt, einem Jugendheim in Nottfeld in der Nähe zur dänischen Grenze, und in einer dänischen Schule, die wir mit dem Fahrrad erreichten und in der wir die Kurse abhalten durften. An der Tür nahmen uns die Betreuer herzlich auf und zeigten uns unser Zuhause für die nächsten zwölf Tage. Und dann dauerte es gar nicht lange, bis die ersten Gespräche geführt und Freundschaften geknüpft wurden.
Das Schullandheim war sehr groß, mit Pool und Keller, und das freundliche Team des Hauses bekochte und umsorgte uns jeden Tag. So starteten wir dann mit dem Akademiealltag, der von früh bis spät immer genügend Programm bot, denn neben den Kursen gab es noch die sogenannten KüAs (kürsübergreifende Angebote), die wir auch selbst anbieten durften. Mit Tanzen, Schwimmen, Singen und Kunst war für jeden etwas dabei.
Mein Kurs beschäftigte sich zuerst mit Kommunikationsmodellen, wie das 4-Ohren-Modell (Schulz von Thun) und mit einigen Experimenten über das Zusammenspiel von Gestik und Worten und die Verbindung von Musik und Tanz zur Kommunikation. Unser Hauptziel war es, ein Lied auf unserer eigenen Sprache plus eigener Choreographie zu entwickeln und am Ende vorzuführen. Das forderte uns heraus, brachte uns als Kurs aber auch näher. Bei so einem Programm mit viel freier Arbeit und Gesellschaft, durfte natürlich auch die Freizeit nicht zu kurz kommen, in der wir Ausflüge unternahmen oder uns ausruhten. Ich habe in dieser Zeit die nettesten und offensten Menschen kennen- und lieben gelernt und vor allem der letzte Abend, der «bunte Abend», bei dem alle etwas vorführen konnten, war ein absolutes Highlight. Der Abreisetag war auch der Präsentationstag für unsere Eltern, bei dem die Kurse das Erarbeitete zeigen konnten. Nach dem tränenreichen Abschied und unzähligen Umarmungen stieg ich dann erschöpft, traurig, aber gestärkt und dankbar wieder ins Auto. Die «JuAk» wird für mich ein unvergessliches Erlebnis bleiben und ist meiner Meinung nach eine der besten Möglichkeiten in der Begabtenförderung. Ich lege es jedem, der die Chance hat, an so einer Akademie teilzunehmen, ans Herz, um einen Sommer voller Freude, Freunde und Wissen zu erleben.
Maya Brendamour






